Historisches Eiderstedt Ortsnamen

Die Ortsnamen sind entweder Lagebezeichnungen auffälliger Orte oder Personennamen, denen eine Endung gegeben wurde mit der Grundbedeutung: Siedlung, Gehöft.

a) Lagebezeichnungen
Nur wenige Namen sind reine Ortsbezeichnungen wie Wittendün, Haferacker, Süderhöft. Alle Namen auf -hörn (=Ecke) (Warmhörn, Kaltenhörn) und -hever sind alte Ortsbezeichnungen und weisen auf eine sehr frühe Besiedlung hin. Spätere Bezeichnungen dieser Art sind: Katingsiel, Tetenbüllspieker und Rotenspieker.

b) Personennamen mit friesischen und dänischen Endungen
Das Prinzip der meisten Ortsnamen ist, dass ein Personenname eine typische Endung erhält. Der Siedlungsort wird benannt nach dem Patriarchen, dem Urahn dieser Siedlung.

Die älteste Verbindung von Name und Siedlungswort sind die Orte auf -torp (thorp, trup = Dorf). Sie erscheinen relativ selten in Eiderstedt und meist nur in Utholm: Tholendorf, Martendorf und im ursprünglichen Namen von St. Peter: Ulstorp, dann Ulstrup, heute Olsdorf. Sie deuten auf eine frühe Besiedlung der Harde Utholm.

Häufiger ist die Endung -en oder –um:
Die Ortsnamen Ording, Tating, Kating erscheinen in den ersten Erwähnungen mit der Endung -en: Urden, Taten, Caten. Die Endung -en lässt sich auf -heim, (-hem, -hen, -en/um) zurückführen und ist ein Hinweis auf eine Besiedlung im 12. Jahrhundert. Brösum, Olversum (Alversen) und Drandersum haben diese Endung noch heute.

Die Endung auf –ing:
In der dritten Einwanderungswelle im 16. Jahrhundert wurden einige Ortsnamen durch friesischen Einfluss von -en in -ing umgewandelt (Kating, Tating, Ording).

Die Endung auf -büll, -büttel:
Zeitlich nicht genau festlegbar entstanden auch die Siedlungen auf -büll oder -büttel. Die Endung -büll kommt aus dem dänischen: ”bøl” = Wohnplatz, Wohnort, Siedlung (Kotzen-büll = Wohnort von Kotze, Teten-büll = Wohnort von Tete, Poppe-nbüll, Rüx- bü1l, Uelves- büll und Guns- büttel, Kolden- büttel; weiter: Yversbüll, Friddenbüll, Hülkenbüll, Schrapenbüll, Wolfenbüll, Klerenbüll, Offenbüll, Schockensbüll, Wallsbüll) Wenn auch mit dänischer Endung, so ist doch die Form und Art einiger Siedlungen, die Marschhufendörfer, typisch für friesische Besiedlungstechnik. Man muss für diese Orte annehmen, dass friesische Siedler die Form, aber dänische Siedler den Namen gegeben haben. Es ist ein Hinweis darauf, dass die Besiedlung weitgehend friedlich erfolgt ist oder dass alte Namen übernommen worden sind.

Die Endung auf –wort:
Witzwort und Oldenswort gehen auf Wurt, => Warft zurück und können erst mit dem Warftbau nach dem 12. Jahrhundert Einzug in Eiderstedt genommen haben.


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