Historisches Eiderstedt Kriege und Politik

Tod von König Abel 1252

Erich von Dänemark hatte eine neue Steuer eingerichtet, die von den Eiderstedtern nicht gezahlt wurde. Sie beriefen sich auf ein Privileg von Karl dem Großen, dass sie von Steuern befreit sein würden, weil die das Land durch die Deiche gegen das Meer schützten. Abel wollte die Unbotmäßigkeiten der Dreilandener strafen, wurde aber im Kampf von einem Pfeil getroffen und starb bei Tofting.

Wogemänner in Westerhever 1370

Raubritter hatten sich in Westerhever festgesetzt und plünderten die Dreilande. In einer militärischen Aktion konnten die Raubritter gefangengesetzt und hingerichtet werden.

Fehde mit den Ditharschern 1400 - 1559

Als unmittelbare Nachbarn, nur durch die Eider getrennt, die aber auch Landesgrenze war, gab es viele Verbindungen zwischen den Eiderstedtern und Dithmarschern, teilweise auch durch Familienbande gestärkt. Beide Landschaften verfolgten aber eine unterschiedliche Politik; sie suchten unterschiedliche Verbündete, so daß sie über ihre Bündnispartner Feinde wurden. 600 Klageschriften zwischen 1447 und 1508 und mehrere Einfälle in Eiderstedt sprechen eine beredte Sprache dieser Fehde.*

Panten, A. „Die Fehde... in: Blick über Eiderstedt Bd.III, S.


30jähriger Krieg* 1618 - 1648

Christian IV (1588-1648) zog Dänemark in das Kriegsgeschehen des 30jährigen Krieges, so daß 1626 das wallensteinische Heer in Schleswig-Holstein (Dänemark) einfiel und auch in Eiderstedt Greuel und Verwüstungen anrichtete. Zur Sicherung wurde 1626 die Schanze in Westerhever errichtet.

* Klüver/Brand „Geschichte Schleswig-Holsteins".


Polackenkrieg 1658

Das Herzogtum Gottorf hatte sich mit den Schweden verbündet und im Kopenhagener Vertrag war Gottorf erstarkt und damit eine Gefahr für den dänischen Staat. Schleswig und Holstein wurden Aufmarschgebiet für die Söldnerheere, die so grausam und unmenschlich hausten, dass dieser Polackenkrieg noch lange in Erinnerung blieb.

Der Große Nordische Krieg 1700,1713,1721

König Friedrich IV (1699-1730) wollte Gottorf wieder für Dänemark gewinnen und begann 1700 mit der Belagerung der Stadt Tönning, die von den Gottorfern zur Festung ausgebaut worden war. In diesem Jahr allerdings vergeblich.
Nach der Niederlage des dänischen Heeres bei Gadebusch zog der berühmte schwedische Feldherr Steenbock nach Schleswig-Holstein, brannte Altona nieder, erpresste große Kontributionen in Schleswig-Holstein, zog sich nach Tönning zurück und mußte 1713 in Hoyerswort kapitulieren. Tönning verteidigte sich unter Wolff noch gegen die Dänen, mußte aber 1714 ebenfalls kapitulieren. In dem Patent von 1721 wurde der Gottorfer Anteil von Schleswig mit dem Koniglichen Anteil „vereinigt und incorporiert“. Eiderstedt war ein Teil Dänemarks.

Trinkspruch von Martje Flors: "Et gah uns wohl up unse olen Dage".


Blockade/Kontinentalsperre 1806

Dänemark war 1807 ein Bündnis mit Napoleon eingegangen, der England isolieren wollte.
Nach der Niederlage bei ??? 1813/14 fluteten 57 000 Mann nach Schleswig und Holstein. Die Plünderungen dieses Kosackenwinters heizte die Stimmung gegen Dänemark auf, nahm die Bevölkerung für Deutschland ein; die nationale Bewegung gegen Dänemark wurde u.a. von Dahlmann geschürt; das Sprachreskript von 1840 verschärfte die Spannung.
Die Eiderdänen wollten ein Dänemark bis zu Eider, die Deutschen wollten Schleswig in den Deutschen Bund. Der Offene Brief von 1846 provozierte eine offene Auflehnung gegen Dänemark, 1848 wurde die Provisorische Regierung ausgerufen und man zog militärisch gegen Dänemark. Eiderstedt schickte ein Corps von 40 Reitern als persönliche Ordonnanz des Generals von Noer.
Die militärische Erhebung von Schleswig-Holstein von 1848 scheiterte 1850 in den Niederlagen der Schleswig-Holsteiner bei Idstedt und Friedrichstadt. Schleswig und Holstein waren 1852 wieder in dänischem Besitz. Als aber 1864 die Einverleibung im Grundgesetz festgeschrieben werden sollte, stellten Preußen und Österreich ein Ultimatum zur Aufhebung dieses Grundgesetzes. Dänemark weigerte sich, hoffend auf die Hilfe der Großmächte, die aber kein Interesse hatten einzugreifen. Preußen und Österreich besiegten Dänemark bei Översee und den Düppeler Schanzen.

Schleswig-Holstein wird 1864 preußische Provinz.

Dies ist das Ende des staatlichen Sonderlebens, auch für Eiderstedt.


1866 Allgemeine Wehrpflicht, Regelung des Postwesens
1867 Verfassung des Norddeutschen Bundes, Regelung des Steuerwesens, Münzwesens; Trennung von Justiz und Verwaltung, Neuordnung der Verwaltung
1871 Verfassung des Deutschen Reiches

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71

Der Sieg über die Franzosen versöhnt die Schleswig-Holsteiner, die nun immer stärker als Deutsche empfinden und die Allgemeine Wehrpflicht für Deutschland akzeptieren und nicht mehr auswandern.
1898 wird in ganz Schleswig-Holstein der Erhebung von 1848 gedacht.

Stein in Oldenswort




1. Weltkrieg 1914 - 1918

Zahlreiche Ehrenmale in den Kirchen der Landschaft.


2. Weltkrieg 1939 - 1945

Ehrenmale außerhalb der Kirchen.


Schleswig-Holstein wird Fluchtland.

Reste militärischer Anlagen 1939-1945
Einmannlöcher:
Rest noch im alten Deich bei Tetenbüllspieker (Foto von Ostern 2003);



MG-Loch: in Rothenhörn.
Fundamente: des Horchpostens im Davidstal St. Peter-Ording.
Fundamente: Pelikanlager Nachrichtenmessstelle; Freyageräte und Würzburger Riese.
Gefangenenlager: Feuerwehrgerätehaus St. Peter-Dorf (Russen), Scheune der Edensmühle (Serben).
Internierung der Nordarmee: Hinweisschild auf dem Matthiessenhof in Wittendün /St. Peter.

Ehrenmal Gedenkstein


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