Historisches Eiderstedt Die Köge


Historisches Eiderstedt Köge

1. Johanniskoog

Bedeichungsjahr:12. Jh.
Größe:459 ha
Deichlänge: 8,8 km
Name: St. Johann ist der Schutzheilige des Ortes.
Es handelt sich um den oder einen der ältesten Köge Eiderstedts und er wurde anfangs von einem 1.5 m hohen Sommerdeich umgeben. (Das Datum 987 ist allerdings erdichtet.) Er beinhaltet die einzigen Tauteiche, die in der Landschaft Eiderstedt vorhanden sind.

2. Tetenbüller Kirchenkoog
Bedeichungsjahr:14. Jh.
Größe: 164 ha
Deichlänge: 3,5 km
Umdeichung Tetenbülls Das frühe Datum einer Bedeichung (995) ist vom Historiographen J. Mejer erdichtet.
Geologische Untersuchungen haben ergeben, dass die Deiche auf Klei stehen, der erst nach der Mandränke von 1362 abgelagert worden sein kann.

3. Trockenkoog (Drögekoog)
Bedeichungsjahr: 1475
Größe: 412 ha
Deichlänge: 3,5 km
Das Marschland zwischen dem Osterkoog und dem Reinsbüllkoog war schon auf Warften relativ dicht besiedelt.
Einige Warften wurden miteinander verbunden. Der schwere Kleiboden wurde anfangs gepflügt, später zur Weidemast genutzt.

4. Dammkoog (Moorbergkoog)
Bedeichungsjahr: 1489
Größe: 522 ha
Deichlänge: 4,3 km
Durch diesen Koog wurde Eiderstedt eine Halbinsel und an das Festland angebunden.
Der Deich wurde von beiden Seiten begonnen, da mitten durch den Koog die politische Grenze verlief.
Der nördliche Teil wurde von den Südergoeshardern gemacht, der südliche von den Koldenbüttlern.

5. Tetenbüller Marschkoog
Bedeichungsjahr: um 1400
Größe: 754 ha
Deichlänge: ca. 6 km
Nachdem der Iversbüller Koog und der Mimhusener Koog nach 1362 wieder eingedeicht waren,
konnte der „Kirchdeich“ vom Tetenbüller Kirchkoog nach Rothörn gezogen und durch eine Deichverlängerung über Schockenbüll
und Klerenbüll nach Speckdorf die „Tetenbüller Marsch“ gewonnen werden.

6. Dreilandenkoog
Bedeichungsjahr: 1612
Größe: 162 ha
Deichlänge: 2,5 km
1611 forderte ein Erlaß des Herzogs Johann Adolf die Eindeichung der Fläche vor Vollerwiek.
Sie berührte die drei Harden (Utholm, Everschop, Eiderstedt).
Der Koog erhielt daher den Namen Dreilandenkoog.
1612 begann die Bedeichung unter der Leitung des Deichgrafen Johann Clausen Rollwagen. 
1625 konnte der südliche Teil nicht gehalten werden und 1627 verkleinerte man den Koog, so dass er nun nur zwei Harden berührt. 1613 schuf man das Siegel der Landschaft mit den drei Koggen nach der Urkunde von 1187, in der die Dreilande mit „tria navigiis“ (drei Schiffe) bezeichnet werden.

7. Grothusenkoog
Bedeichungsjahr:1693
Größe: 316 ha
Deichlänge: 3,6 km
Benannt nach dem Generalleutnant Otto Johann v. Grothusen. Der Grothusenkoog ist ein oktroyierter Koog.
Durch einen Oktroi (Freibrief) bekam ein kapitalkräftiger Investor – Otto Johann v. Grothusen - das Recht, ein Vorland auf eigene Rechnung einzudeichen und den Koog dann 15 Jahre steuerfrei zu nutzen und ihn selbständig zu verwalten. Der Grothusenkoog ist schon 1612 einmal eingedeicht gewesen, als der Dreilandenkoog gewonnen wurde. Eiderstedt kennt vier oktroyierte Köge.

8. Augustenkoog
Bedeichungsjahr: 1699
Größe: 318 ha
Deichlänge: 3,6 km
Benannt nach der Gemahlin Herzogin Auguste. Herzog Adolf wollte die Bucht zwischen Osterhever und Westerhever eindeichen und gab diese Arbeit dem Generaldeichgrafen Johann Claussen Rollwagen, der die Deichbauarbeiten in einem Jahr vollendete. 1695 erteilte Herzog Friedrich IV der Landschaft einen Oktroi, die ihn an einige Interessenten abtrat.

9. Norderfriedrichskoog
Bedeichungsjahr: 1696
Größe: 293 ha
Deichlänge: 2,88 km
Benannt nach Herzog Friedrich IV von Schleswig-Holstein Gottorf. Durch einen Oktroi verlieh Herzog Friedrich IV dem Geheimrat und Amtmann v. Wedderkop das Vorland an der Hever als Eigentum zur Bedeichung. (Oktroi = Berechtigung, den Koog auf eigene Kosten einzudeichen und 15 Jahre ohne Steuern zu nutzen.) Der Koog war anfangs nur dünn besiedelt, da 1697, 1701 und 1702 Deichbrüche das Wohnen erschwerten; erst 1718 erhielt der Deich eine sichere Höhe. Bis 2004 war der Koog als Steueroase bekannt, da man hier keine Gewerbesteuer zahlen mußte.

10. Tümmlauer Koog
Bedeichungsjahr: 1934
Größe: 641 ha
Deichlänge: 5,2 km
Alter Name: Hermann-Göring-Koog. Das Vorland vor Tating wurde 1699 von dem Staller v. Graffen auf eigene Kosten eingedeicht. Er verkaufte den neuen Koog 1717 an v. Thumblow. Die Sturmflutserie 1717/1721 zerstörte den Deich, so dass der Koog schließlich aufgegeben werden mußte. 1934 wurde er als Hermann-Göring-Koog wieder gewonnen, 1935 eingeweiht, nachdem 1862 ein Teil dieser Bucht, der jetzige Süderheverkoog, eingedeicht worden war. Das Vorland und die Bucht behielten den leicht veränderten Namen Tümlauer Bucht

11. Wilhelminenkoog
Bedeichungsjahr:  1821
Größe: 281 ha
Deichlänge: 2,6 km
Benannt nach der zweiten Tochter des dänischen Königs Friedrich VI. Nach dem Entwurf des Deichinspektors Salchow wurde 1821 der Koog auf Rechnung der königlichen Kasse eingedeicht. Der Verkauf der Parzellen gestaltete sich schwierig. 1843 kaufte Wiardus Ohling den ganzen Koog für 68.400 Mark und teilte ihn dann unter seine drei Söhne auf. Durch Verordnung des Ministeriums für Schleswig wurde 1854 der Koog dem Kirchspiel Tating zugewiesen.

12. Katinger Watt
Bedeichungsjahr: 1973
Größe: 1306 ha
Deichlänge: 12,5 km
5 km Außendeich, 7,5 km Binnendeich.
Nach der Sturmflut 1962 sollte die Deichlinie an der nordfriesischen Küste durch den Bau des Eidersperrwerks verkürzt werden. 70 km Deiche an der Eider konnten durch diesen Bau gespart werden, der 1967 begann und 1973 vollendet wurde. Die Eider sollte bis Friedrichstadt wieder schiffbar werden und die Oberflächenentwässerung Eiderstedt besser geregelt werden. Nicht alles wurde zur Zufriedenheit erfüllt. Der Koog dient zu 1/3 der Landwirtschaft, 1/3 dem Tourismus und 1/3 dem Naturschutz.

13. Heverkoog (Heverringkoog)
Bedeichungsjahr: 1437
Größe: 327 ha
Deichlänge: 4,5 km
Zur Gewinnung des Kooges mußte die Süderhever im Norden (Lemrick-Osterhever) und im Süden (Neukrug–Holmhof) je einmal durchdämmt werden. Dadurch wurden auch die dahinter liegenden Köge geschützt. Deren Bewohner wurden nach einem Streit mit vielen Toten gezwungen, bei diesem Deichbau zu helfen.

14. Adolfskoog
Bedeichungsjahr: 1579
Größe: 431 ha
Deichlänge: 4,2 km
Benannt nach dem Herzog Adolf von Schleswig-Holstein Gottorf.
Der Bau des Obbvenkooges 1565 verkleinerte die Bucht zwischen Simonsberg und Üelvesbüll und gefährdete deren Deiche. 1576 befahl der Herzog die Bedeichung dieser Bucht. Zahlreiche Helfer aus Hattstedt, Südergoesharde und Eiderstedt wurden aufgeboten, weil niedrige Schlickflächen überdeicht werden mußten. 1579 gelang diese Überdeichung. Zwei große Höfe wurden in diesem Koog errichtet: der Leutnantshof und der Rote Haubarg (heute Museum und Gaststätte).


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